Die Lösungswege

Stichworte: Zielgruppen, Kooperationen, Schulpferde, Ausbilder

Einen bedeutenden Teil der Reit-, Fahr- und Voltigier-Infrastruktur stellt der organisierte Pferdesport selbst bereit und sorgt damit für eine Entlastung der öffentlichen Haushalte und die Erfüllung einer wichtigen Gemeinwohlaufgabe. Doch auf die Gewinnung neuer Mitglieder und Kunden ist die Infrastruktur vieler Vereine und Betriebe nicht immer oder nicht mehr ausgerichtet. Um die vorhandenen Mitglieder und Kunden zu halten und um neue Mitglieder/Kunden zu gewinnen, muss jeder Verein und Betrieb sein eigenes Konzept machen. Die entscheidenden Stellschrauben sind aber die folgenden:

Verstärkte Ansprache von Zielgruppen wie Jungen und Männer, erwachsene Einsteiger und Wiedereinsteiger.

Kinder, Jugendliche, Erwachsene wollen und müssen unterschiedlich angesprochen werden. Auch im Reitunterricht. Hier braucht es eine zielgruppengerechte Ansprache, die auch die verschiedenen Lerntypen berücksichtigt. Darüber hinaus müssen die Angebote auf die Zielgruppen zugeschnitten sein. Neben den Altersunterschieden spielen hier Ausbildungsniveau und Geschlecht eine Rolle. Während man Mädchen mit eintönigem Reitunterricht nicht zwangsläufig aus dem Sattel treibt, könnten Jungen zu dem Schluss kommen, dass Fußball eine aufregende Alternative ist.

Kooperationen mit Schulen und Kindergärten.

In der Kindheit wählt man seinen Sport. Um an den immer knapper werdenden Nachwuchs heran zu kommen, sind Kooperationen mit Schulen und Kindergärten ein wichtiger Baustein.

Aufstockung des Schulpferdeangobtes.

90 Prozent aller Reiter haben schon auf Schulpferden gesessen. Wer mit dem Sport beginnt, braucht ein Lehrpferd. Wer nicht das Geld, die Zeit oder die reiterliche Reife für ein eigenes Pferd hat, ist dankbar, wenn er im Verein oder Betrieb eine Reitmöglichkeit findet. Es braucht also einmal quantitativ ausreichend Lehrpferde. Nur so finden auch Menschen ohne eigenes Pferd zum Sport. Zudem muss das qualitative Angebot von Schulpferden die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen decken. Das beginnt bei den Gruppen für unterschiedliche Ausbildungsniveaus, reicht über reine Jungengruppen und endet vielleicht bei der Turnierteilnahme mit Schulpferden.

Verstärkte Einbindung der Ausbilder.

Der Ausbilder ist oft der erste Ansprechpartner für Mitglieder und Kunden – alte wie neue, da er in der Regel wegen des Unterrichts vor Ort ist. Damit ist er eine Schlüsselfigur in der Mitglieder- und Kundenbindung und –gewinnung. Entsprechend sollte er in die Vereins- und Betriebsführung eingebunden werden.

Reiten braucht Raum

Im Wettbewerb mit anderen Sportarten messen die umworbenen Mitglieder und Kunden auch die Reitanlagen mit anderen Sportanlagen. Die Qualitätsansprüche sind hier größer geworden. Das hat Einfluss auf die Infrastruktur. Um bestimmte Zielgruppen zu bedienen, sind möglicherweise Sanierungsmaßnahmen und Geländeerweiterungen – zum Beispiel für eine neue Reithalle, einen Außenplatz oder Weiden und Ausläufe - erforderlich.  

Die Maßnahmen des Verbandes

Mit der Initiative werden bestehende Maßnahmen zur Unterstützung der Vereine und Betriebe gebündelt, intensiviert und ausgebaut. Das Maßnahmenpaket umfasst:

  • persönliche Beratung
  • ein auf die Bedürfnisse von Vereinen, Betrieben und Ausbildern zugeschnittenes Portal www.vorreiter-deutschland.de mit umfassenden Informationen für eine erfolgreiche Vereins- und Betriebsführung
  • Austausch mit Gleichgesinnten
  • einen regelmäßigen E-Mail-Newsletter
  • einen Management- und PR-Baukasten mit Checklisten und Vorlagen wie z. B. fertige Pressetexte und Flyer
  • Seminar- und Weiterbildungsangebote
  • Fachbroschüren mit praxisnahen Tipps, u.v.m.

4 Besucherkommentar(e) zu dieser Seite

Danja Moschnitschka erstellt am Sa. 11.09.10
Ich finde die Idee zu Vorreiter Deutschland wirklich gut, aber ich denke das reicht nicht. Die Vereine zeigen Initiative, tauschen Ideen aus werden aber nicht wirklich ernst genommen. Zur Zeit werden zumindest bei uns im Rheinland Vereine mit inovatieven Ideen durch den Landesverband ausgebremst. Für einen zielgruppenorientierten Unterricht ist es meiner Ansicht nach erforderlich, die Trainer in den Vereinen zu schulen. Hierfür werden zur Zeit wenig Anreize geschaffen, da sich der Landesverband hir die Monopolstellung sichert. Eine anerkannte Fortbildung kann also nur in der Landesreitschule absolviert werden. Das Angebot hir ist selten auf den Breitensport und vor allen auf erwachsene Reiter ausgerichtet, das Veranstaltungsprogramm dringt nicht bis zu den Vereistrainern durch und der Anfahrtsweg ist lang. Ich würde mir wünschen das die Kreisverbände mehr in die Ausbildung und Weiterbildung der Trainer und auch in diese Initiative einbezogen werden würden, da hir der Weg zu den Vereinen, den Trainern und den Mitgliedern viel kürzer ist.
Simone Karb Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile erstellt am Fr. 02.04.10
Die Initiative finde ich wirklich klasse, aber auch ich habe die Befürchtung, dass der gute Wille alleine nicht reicht um auch die Vereine im "kleinen Sport" zu erreichen. Ich bin ganz sicher, dass auch in den kleineren Vereinen viele tolle Ideen schlummern, aber man weiß eigentlich garnicht wirklich wo man Ideen und Anregungen anbringen soll. Auch ich habe oft das Gefühl, dass sich im Grunde alles nur um die "Großen" dreht. Ich würde mir im Rahmen der Initiative pro Region wirklich einen Ansprechpartner wünschen, an den man ALLE Fragen und Ideen herantragen kann und der sich dann kümmert und einsetzt, weil er einfach weiß, an welche Stelle er sich wenden muss. Leider habe auch ich schon die Erfahrung gemacht, dass auf Anfragen nicht geantwortet wurde. Es wäre wirklich schade, wenn Vorreiter Deutschland nicht alle Vereine erreicht, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Deshalb sehe ich die Initiative erstmal als eine Chance für alle.
Volker Bopp Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile erstellt am Di. 23.02.10
Ja. Bestimmt gut. Nur! Wir hier in den ländlichen Vereinen haben wie immer das Nachsehen. Wir sind "weg vom Sprung". In unseren wenig besiedelten Gebieten ist es kaum möglich, Vereinsmitglieder zu finden - es ist immer nur eine Hand voll, die sich auf unseren Höfen zusammenschließt. Das heißt: Kleine Vereine mit wenig Einnahmen. Dagegen stehen aber die (enormen) Ausgaben an die FN, den WLSB, WPSV, PSK usw.. Teilweise fahren unsere Mitglieder 20 Km und mehr, um am Vereinssport (Reiten. Aber auch andere) teizunehmen. In der heutigen Zeit fast nicht mehr machbar. Und wenn wir als Verein dann auch noch mit Mitgliedsbeiträgen kommen, die wir sehrwohl mit den Ausgaben an die übergeordneten Verbände abstimmen, dann schreckt das viele ab. Vor allem Eltern mit 2 oder mehr Kindern, die sich das einfach nicht mehr leisten können. Dünnbesiedelte Gebiete wie der Schwarzwald, der Heuberg haben keine Chance. Und als Vorstand kann ich mich da auch nicht so recht begeistern. Seminar- und Weiterbildungsangebote ? Ja doch - aber dafür fahre ich einen halben Tag durch die Gegend. Viele unserer Ausbilder hier im ländlichen Raum kämpfen sich durch. Manchmal sind die Einnahmen nicht mal den verfahrenen Sprit wert. Sie arbeiten aber dennoch unermüdlich - wenn auch gegen "Windmühlen" Unsere nächsten Ansprechpartner wären die Reiterringe und Pferdesportkreise... Da ist es wie in der Politik: Sie haben so viel mit sich selbst zu tun, dass eine vernünftige Arbeit kaum mehr möglich ist. Mag sein, dass sie den "besseren Draht haben" - wir haben davon sehr wenig.
Wenn ihr wirklich etwas bewegen wollt im Reitsport, in der Pferdehaltung, bei den Vereinen und Betrieben: Dann fangt an die kleinen mitzunehmen ! Noch eine persönliche Anmerkung: Ein Lob an die Geschäftsstelle des WPSV und den PSK Donau-Neckar. Hier hat man wenigstens ein offenes Ohr für ein Gespräch. Und an die kleinen Vereine und "Splittergruppen" hier im Land: Seid stolz auf Euch - Wir haben zwar kaum Chancen. Aber die wenigen werden wir nützen. Euer Volker bopp (so. das musste mal sein. Vielen Dank fürs Lesen)
Bernd Siems Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile erstellt am Sa. 13.02.10
Hört sich theoretische alle gut an. Aber wenn man echte Probleme hat, hilft einem keiner!!!!
Jedenfalls keiner von der FN oder dem Pferdesportverband.
Graf zu Rantzau antwortet nicht einmal auf Schreiben!!!!!

PM fördern den Schul- sport und Schulpferde

Logo der Persönliche Mitglieder der FN
 

Die Persönlichen Mitglieder (PM) der Deutschen Reiter- lichen Vereinigung unterstützen Förderprojekte wie den PM-Schulpferde- Cup oder die Ausstattung von Schulsportgruppen mit Reithelmen und setzen dadurch ihre erklärten Ziele konkret um.

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