Konfliktmanagement im Verein
Pferdesport ist ein Hobby mit hohem Zeitaufwand, Pferdesportler sind oft mehrfach
in der Woche für mehrere Stunden zusammen im Stall oder auf der Reitanlage.
Konflikte bleiben da nicht aus – sei es über Stallhygiene, Futter, Reitweisen oder
Pflege. Meinungsverschiedenheiten sind niemals ganz zu vermeiden, führen manch-
mal sogar zu neuen Ideen und Lösungsvorschlägen. Verhärten sich die Fronten
jedoch, können sie das gesamte Klima vergiften - insbesondere, wenn sich Gruppen
bilden, die sich dann gegenseitig „anfeinden“. Eine solche Situation kann für einen
Verein oder Betrieb sogar existenzgefährdend werden.
Wie lassen sich Konflikte vermeiden?
Am besten ist es, Konflikte zu vermeiden, bevor sie entstehen. jeder Verantwort-
liche sollte deshalb das Leben im Stall oder Verein immer beobachten. Je früher
Konflikte erkannt, angesprochen und beigelegt werden, umso geringer des ist die
Gefahr der Eskalation.
Gemeinsame Aktionen wie Arbeitseinsätze und Feiern stärken das Gemeinschafts-
gefühl und die Verbundenheit untereinander. Regelmäßige Stallversammlungen
geben den Aktiven die Möglichkeit, kritische Punkte direkt anzusprechen und zu
diskutieren. Ebenso sollten die Jugendsprecher des Vereins mit den Jugendlichen
den Dialog suchen.
Wie lassen sich Konflikte lösen?
Finden die betroffenen Parteien keine Lösung untereinander, kann eine neutrale,
objektive Person dabei helfen, die von allen Konfliktparteien respektiert wird
- zum Beispiel ein Vorstandsmitglied oder auch der Reitlehrer, der im Dialog die
Rolle des Schlichters übernimmt. So ein Konfliktgespräch ist eine gute Möglichkeit,
ernstere Konflikte zu lösen und wieder zum friedlichen Vereinsleben zurückzufinden.
Wie bereitet der Schlichter ein Konfliktgespräch vor?
En Konfliktgespräch bedarf einer guten Vorarbeit. Der Schlichter muss sich zuvor
mit der Thematik befassen, um sachlich und neutral agieren zu können. Das Treffen
sollte an einem ruhigen, neutralen Ort stattfinden, an dem man ungestört ist. Eine
angenehme Atmosphäre und Erfrischungen erleichtern die Einigung.
Wie geht der Schlichter bei einem Konfliktgespräch vor?
Das Treffen sollte mit ein paar persönlichen Worten zur Begrüßung und der Zu-
sammenfassung des aktuellen Standes durch den Schlichter beginnen. Beide
Konfliktparteien können dann in Ruhe ihren Standpunkt darlegen.
In den meisten Konflikten gibt es trotz verhärteter Fronten oftmals gemeinsame
Ansichten. Aufgabe des Schlichters ist es, den Parteien diese aufzuzeigen und
dadurch den Konflikt zu entschärfen. Basierend darauf sollten alle Beteiligten
die Ursachen des Streits, die weitere Vorgehensweise sowie die gemeinsamen
Ziele und mögliche Kompromisse erarbeiten.
Was muss der Schlichter bei der Gesprächsführung beachten?
Die Lösung von Konflikten erfordert viel Energie. Wenn eine Partei Probleme
damit hat, zuzuhören oder in die Defensive gedrängt wird, ist eine kurze Ge-
sprächspause oder sogar eine Vertagung sinnvoll.
Vorwürfe sollten daher in positive Wünsche und Erwartungen umformuliert
werden, zum Beispiel: „Was erwarten Sie konkret von mir?“ statt „Was habe
ich falsch gemacht?“
Hinter einem oberflächlichen Konflikt können tieferliegende Probleme stecken,
die herausgearbeitet werden müssen, weil sonst keine Lösung möglich ist. Um
das Gespräch für alle Beteiligten zum Erfolg zu führen, ist es wichtig, klar und
deutlich zu kommunizieren. Dabei gilt: aktiv zuhören, alle Gesprächspartner
ausreden lassen, gegebenenfalls Notizen machen, bei Unklarheiten nachfragen.
Persönliche Angriffe müssen unterbleiben und gegebenenfalls sofort unterbunden
werden. Der Schlichter muss objektiv und mit Fakten argumentieren, dabei seine
eigene Sicht der Dinge klarstellen.
Wie schließen die Parteien ein Konfliktgespräch optimal ab?
Im Idealfall steht am Ende des Gesprächs eine Lösung oder zumindest eine für
alle Seiten akzeptabler Kompromiss. Zum Abschluss sollte jeder prüfen, ob es
Einwände gegen das Ergebnis gibt. Alle Beteiligten müssen dabei über die Ver-
einbarungen und Verpflichtungen im Klaren sein. Die so gewonnenen Lösungen
müssen festgehalten werden, um sicherzustellen, dass diese auch eingehalten
werden. Oft empfiehlt sich ein zweiter Termin, um das Ergebnis zu überprüfen.
Stand: 02.11.2011















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