Jugendarbeit im Pferdessportverein

Der Begriff Jugendarbeit umfasst im Sport alle Formen von Bildungsarbeit mit jungen Menschen auch wenn diese über den sportpraktischen Bereich hinausgeht. Die allgemeine Jugendarbeit im Pferdesportverein umfasst somit sämtliche Aktivitäten innerhalb und außerhalb des Vereinslebens, die der Integration, Kooperation und Persönlichkeitsentwicklung, Mitwirkung und Selbstbestimmung von Jugendlichen dienen. Sie ist dabei deutlich von der rein sportlich orientierten Förderung und dem Leistungssport abzugrenzen.

Genauso vielfälltig wie die Formen der Jugendarbeit sind auch die mit ihr verbundenen Ziele.
Die wichtigsten Ziele der allgemeinen Jugendarbeit sind:

  • Vermittlung einer möglichst vielseitigen Persönlichkeitsbildung, Teamfähigkeit, Toleranz und soziales Miteinander
  • Gleichstellung von Jugendlichen mit und ohne eigenem Pferd
  • Integration von Nichtpferdesportlern / Nichtmitgliedern ins Vereinsleben
  • Vergrößerung des Jugendanteils im Pferdsport durch spezielle Projekte ("Jungs aufs Pferd") oder Angebote nur für Mädchen
  • Integration von Jugendlichen und Kindern, die aufgrund ihrer sozialen Lebenssituation nur schwer einen Zugang zum Pferd und zur Gemeinschaft finden
  • Vermittlung von Freude am Pferd
  • Förderung des WIR-Gefühls im Verein
  • Stärkung der Position der Jugend im Verein: eine aktive Jugend stärkt ihrerseits den Verein und ist das Potential der Zukunft

Der Jugendsprecher - einer von uns...
Das Amt des Jugendsprechers ist in den meisten Vereinssatzungen verankert. Jugendsprecher vertreten die Interessen der Jugendlichen im Verein und bilden die Nahtstelle zwischen der Vereinsjugend, dem Jugendwart (Vertretung der Jugend im Vereinsvorstand) und dem Vorstand.
Neben den Jugendsprechern in den einzelnen Pferdesportvereinen gibt es auch in jedem der siebzehn deutschen Landespferdesportverbände einen Landesjugendsprecher sowie einen Landesjugendwart.

Aber was macht der Jugendsprecher nun genau? Was sind seine Aufgaben, seine Rechte und Pflichten? Grundsätzlich gilt, sich ehrenamtlich zu engagieren bedarf viel Engagement und meist auch einiges Durchhaltevermögen. Aber die Mühe lohnt sich, denn nur wer sich einbringt kann auch Dinge verändern und die Jugend ist bekanntlich die Zukunft von Morgen.
Eins ist sicher: ein Jugendsprecher ist nicht alleine! Neben der Vereinsjugend lernt er immer wieder Gleichgesinnte kennen (beispielsweise bei einer der vielen Weiterbidlungsmöglichkeiten). Er kann sich ausprobieren, von den "Großen" lernen, mit ihnen zusammenarbeiten und persönliche Erfahrungen sammeln. Spaß und Action kommen dabei auch nicht zu kurz.

Wie wird man Jugendsprecher?
Um überhaupt Jugendsprecher werden zu können, muss diese Position in der Jugendordnung des Vereins verankert sein. Im Prinzip kann jeder Jugendsprecher werden, der Interesse hat und das nötige Engagement mitbringt. Aber Achtung! Häufig sind in in der Jugendordnung Altereinschränkungen festgelegt, wobei das Mindestalter 14 und die Altersobergrenze meist zwischen 18 und 26 Jahren liegen. Des Weiteren ist der mit einem ehrenamtlichen Amt verbundene zeitliche Aufwand nicht zu unterschätzen.

Ist die Entscheidung für die Kandidatur für das Amt des Jugendsprechers gefallen, dann heißt es sich bekannt zu machen. In der Regel erfolgt die Wahl des Jugendsprechers nämlich durch die Vereinsjugendlichen selbst. Wie auch die Ämter des Vereinsvorstandes wird das des Jugendsprechers in regelmäßigen Abständen und auf eine bestimmte Laufzeit gewählt.

Jugendsprecher - und was jetzt?
Als Jugendsprecher hat mal viele Möglichkeiten. Als Mittler zwischen der Vereinsjugend und dem Vorstand, insbesondere dem Jugendwart, vertritt der Jugendsprecher die Interessen und Anliegen der Jugendlichen gegenüber dem Vorstand
Aber auch die Planung und Durchführung von Aktionen und Projekten für die Vereinsjugend ist Aufgabe des Jugendsprechers. Die Aktionen können mit oder ohne Pferd sein. Wichtig ist nur, dass die Interessen nahezu aller Jugendlichen abgedeckt werden und nicht nur einer kleinen Gruppe. 
Folgende Aktionen haben sich unter anderem bewährt:

  • Grillfest
  • Kino-, Messe- und Turnierbesuche
  • Zeltlager
  • Leckerli backen
  • Lehrgänge/Workshops
  • Weihnachts- und Faschingsreiten
  • usw..

Ein Tipp: der Jugendsprecher sollte sich ein Team von motivierten Mitstreitern zusammenstellen. Immerhin macht es gemeinsam einfach mehr Spass und die Arbeit für den Einzelnen reduziert sich.
Natürlich stehen auch die Landesjugendwarte der Landespferdesportverbände mit Rat und Tat zur Seite. Eine Liste der Kontaktadressen findet sich hier.

Ohne Moos nichts los
Es helfen die tollsten Ideen nicht, wenn der Jugendsprecher nicht weiß wie er sie bezahlen soll. Idealerweise hat der Verein einen eigene Jugendkasse und einen Jugendetat. Falls nicht, ist es Aufgabe des Jugendsprechers diese beim Vereinsvorstand anzuregen. Falls das alles nicht hilft oder die Kasse leer ist, ist Kreativität gefragt. Folgende Aktionen könnten dabei helfen die Jugendkasse aufzubessern:

  • Waffelverkauf bei Turnieren oder Lehrgängen
  • Ponyführen
  • Flohmarkt oder Tombola
  • Spenden oder andere Unterstützungsleistungen

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten eines Jugendprojektes sind beispielsweise Zuschüsse des zuständigen Landespferdesportverbandes oder Landessportbundes (Übersicht der Kontaktdaten). Aber auch Jugend- und Kulturämter oder die Stadt- und Gemeindeverwaltung bieten meist Unterstützungen an. Sie haben einen Überblick über die verschiedenen Fördermaßnahmen und können Hilfestellung bei der Antragstellung geben. Generell gilt dabei: Fragen kostet nichts!

Aber nicht alle Aktivitäten kosten Geld! Eine Nachtwanderung oder ein gemeinsamer Ausritt beispielweise kosten fast nichts, kommen bei den Jugendlichen super an und machen eine Menge Spaß.

Man lernt nie aus - Aus - und Weiterbildung
Wichtig beim Umgang mit Jugendlichen aber auch mit Kindern ist, dass man immer auf dem aktuellen Stand ist. Denn immer wieder wird man mit den verschiedensten Situationen konfrontiert und muss schnell und richtig reagieren. Der Austausch mit Jugendsprechern (oder Jugendwarten) aus anderen Vereinen oder dem Landesjugendsprecher ist eine gute Möglichkeit vom gemeinsamen Erfahrungsschatz zu lernen und zu profitieren sowie Ideen auszutauschen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile in fast jedem Landespferdesportverband ein Jugendteam. In der Regel sind dies Zusammenschlüsse von Jugendlichen, die sich im Bereich der Jugendarbeit auf Landesebene engagieren und mit dem Landesjugendsprecher gemeinsam Aktionen planen.

Natürlich gibt es auch "offizielle" Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Jugendsprecher, Jugendwarte und andere interessierte Jugendliche. Hierbei sind folgende Maßnahmen besonders interessant:

  • Jugendleitercard (Juleica) bzw. Jugendleiterassistenten-Ausbildung
    Diese spezielle Ausbildung die meist im Kombination mit einem Trainerassistentenlehrgang angeboten wird, richtet sich an Jugendsprecher und andere engagierte Jugendliche. Oft ist die Juleica Voraussetzung um bei Veranstaltungen rechtlich auf der sichern Seite zu sein. Weitere Informationen finden sich hier. Bundeslandspezifische Informationen bietet der zuständige Landespferdesportverband
  • Workshops und Seminare
    Meist bieten die Landespferdesportverbände und die Landessportbünde spezielle Seminare und Workshops für Jugendliche an. Themen sind dabei beispielsweise Methoden zur Teambildung, Projektplanung oder Unterrichts- und Sicherheitsaspekte. Genauere Informationen erfragt man am Besten direkt bei der zuständigen Stelle.
  • JUGENDaktiv Bonuskarte
    Diese Bonuskarte für Jugendsprecher, Jugendwarte und Jungzüchtersprecher bietet eine Menge Vergünstigungen und Unterstützungleistungen für die ehrenamtliche Arbeit vor Ort. Beispielsweise besteht die Möglichkeit vergünstigt an Seminaren und anderen Veranstaltungen der Persönlichen Mitglieder (PM) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.v. (FN) teilzunehmen oder Lehrmaterialien aus dem Sortiment des FNverlages zu beziehen. Weitere Informationen zur JUGENDaktiv Bonuskarte.

Hilfreiche Links und Internetseiten für die Jugendarbeit im Verein:

Stand: 30.11.2010

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