Führen im Verein

Führungsstile und ihre Vor- und Nachteile

In praktisch allen Institutionen, Unternehmen und Organisationen gibt es Hierarchien - auch in ehrenamtlichen Vereinen. Somit ist dort auch Führung gefragt: gegenüber möglichen Mitarbeitern, aber auch Vereinsmitgliedern und Funktionsträgern. Doch nicht jeder Führungsstil ist in Reitverein geeignet, insbesondere wenn man mit Menschen arbeitet, die sich freiwillig und ehrenamtlich engagieren.

Im Sinne eines erfolgreichen Vereinsmanagements sollte sich jedes Vorstandsmitglied, insbesondere der erste Vorsitzende, seinen Stil überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Welche Führungsstile gibt es?

  • Der autoritäre Führungsstil sieht klare Weisungsbefugnisse vor und erlaubt kaum Diskussionen. Die Entscheidung trifft „der Chef“. Die Mitglieder sowie die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter haben „zu spuren“. Bei Fehlern wir ermahnt, aber nicht geholfen, Kritik ist unerwünscht.
  • Anwender des antiautoritären Führungsstils gehen davon aus, dass der Mensch nur Freiheit und Selbstverantwortung braucht, um willig mitzuarbeiten und sich sinnvoll einzuordnen.
  • Der kooperative oder demokratische Führungsstil bezieht die Mitglieder in das Geschehen ein, erlaubt Diskussionen und erwartet sachliche Unterstützung. Wenn Aufgaben delegiert werden, können die Mitglieder auf die Unterstützung des Vorstands setzen, unterliegen aber auch einer gewissen Kontrolle.

Welche Vor- und Nachteile haben die Führungsstile?

  • Der autoritäre Führungsstil erlaubt ein hohe Entscheidungsgeschwindigkeit und eine klaren Kompetenzabgrenzung. Schnelle, einsame Entscheidungen haben aber auch eine hohe Fehlerquote hoch und entfremden den Vorstand von der Vereinsbasis.
  • Der antiautoritäre Führungsstil schafft zunächst Harmonie, verführt jedoch zur Disziplinlosigkeit und zu der Tendenz, Verantwortlichkeiten abzuwälzen oder sogar zu ignorieren. Er funktioniert praktisch nur in kleinen Gruppen mit überdurchschnittlicher Selbstdisziplin und -organisation, also kaum im Verein.
  • Der kooperative oder demokratische Führungsstil motiviert alle Beteiligten. Er entlastet so den Vorstand und verbessert das Arbeitsklima. Anhaltende Diskussionen können jedoch die Entscheidungsfindung verlangsamen und müssen daher im Rahmen gehalten werden.  

Wie stelle ich fest, zu welchem Führungsstil ich neige?
Mit diversen Online-Tests können Sie feststellen, welcher Führungsstil von Ihnen praktiziert wird.

Muss ich mich auf einen Führungsstil festlegen?
Nein, natürlich nicht, im Gegenteil: So wird es immer Situationen geben, in denen ein Vorstand autoritär entscheiden muss, zum Beispiel in Krisen- und Gefahrensituationen.
Umgekehrt kann man auch auf die strenge Einhaltung von Regeln einmal verzichten, zum Beispiel bei Feiern und Veranstaltungen, sofern die Ausnahmen klar abgegrenzt sind und die Sicherheit nicht gefährdet ist.

Wann muss ein Vorstandsmitglied auf das Führungsprivileg verzichten?
In der Mitgliederversammlung müssen die demokratischen Regeln eingehalten werden: Hier ist jeder Teilnehmer gleichberechtigt. Das gleiche gilt bei internen Diskussionen im Vorstand.

Stand: 20.03.2012

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