Berufsausbildung im Pferdessport
Der Profi-Ausbilder absolviert zunächst eine dreijährige Lehre mit Abschlussprüfung zum „Pferdewirt Schwerpunkt Reiten“ (früher Bereiter), um dann – nach einer mindestens zweijährigen hauptberuflichen „Gesellenzeit“ und einem insgesamt elfwöchigen Vorbereitungskurs – die Prüfung zum „Pferdewirtschaftsmeister“ ablegen zu können (früher Berufsreitlehrer).
Übrigens: Wer sich unsicher ist, ob er sich tatsächlich für den Beruf als Ausbilder im Pferdesport eignet, kann spezielle Info-Veranstaltungen besuchen oder an einem speziellen Eignungstest für Berufsreiter teilnehmen. Veröffentlicht und teils auch veranstaltet werden solche Termine von der Bundesvereinigung der Berufsreiter (www.berufsreiterverband.de).
Wie erwirbt man die Grundlagen?
Wer Berufsreiter werden möchte, muss sich einen anerkannten Ausbildungsbetrieb suchen und dort zunächst eine dreijährige Lehre absolvieren. Klar, dass in drei Jahren „rund ums Pferd“ mehr geritten, vermittelt und gearbeitet wird als in den drei Wochen einer Amateurausbildung, die bereits viel voraussetzt und mehr als eine Art Feinabstimmung zu verstehen ist. Dementsprechend ist auch nach der Lehre, zu der im allgemeinen auch der Besuch der Berufsschule gehört, die Abschlussprüfung ziemlich umfangreich. Neben Dressurreiten auf Trense und Kandare sowie Springen jeweils auf L-Niveau wird Unterrichtserteilung ebenso abgeprüft wie zum Beispiel Reitlehre, Veterinärkunde, Exterieurlehre, Sportpädagogik, Longieren und Haltung, außerdem Betriebskunde, Fachrechnen, Wirtschafts-, Sozial- und Rechtskunde.
Weitere Informationen zu den Inhalten und Erwartungen der Berufsausbildung finden sich im Merkblatt Die Berufsausbildung zum Pferdewirt. Eine Übersicht der anerkannten Ausbildungsbetriebe wurde ebenfalls zusammengestellt.
Wie kann man sich spezialisieren?
Während sich früher die Tätigkeit des Reitlehrers in erster Linie auf die Vermittlung von Fertigkeiten in Dressur und Springen und höchstenfalls noch Fahrsport erstreckte, präsentiert sich das mögliche Tätigkeitsfeld eines Ausbilders heute weitaus breiter gefächert. Je nach Interesse, Können, Ausrichtung und Disziplin besteht nach einer entsprechenden Grundlagenausbildung (Amateur- oder Profiausbildung) die Möglichkeit zur weiteren Spezialisierung unter dem „FN-Dach“. So gibt es Dressurausbilder, Springausbilder, Vielseitigkeitsausbilder, Fahrausbilder, Voltigierausbilder, Westernausbilder, Gangpferdeausbilder, Distanzausbilder, um hier nur einmal die unterschiedlichen Disziplinen zu nennen. Hinzu kommen Fortbildungen oder Zusatzbezeichnungen wie Zusatzqualifikation für Pferdewirte Unterrichtserteilung, Ausbilder im Reiten als Gesundheitssport, Diplomtrainer Reiten, Voltigier- und Reitpädagoge, Reittherapeut, Ausbilder im Reiten als Sport für Behinderte und und und. Das Spektrum ist enorm breit und bietet für jeden Interessierten ein passendes und geeignetes Tätigkeitsfeld.
Stand: 02.12.2010













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